CO₂-Begriffe rund um Beton, die Sie kennen sollten – und warum sie bei Ausschreibungen zählen

Wenn Sie in der Betonproduktion tätig sind, haben Sie wahrscheinlich bemerkt, dass kohlenstoffbezogene Begriffe immer häufiger in Ausschreibungen, Spezifikationen und Kundenanfragen auftauchen. Sie werden oft ohne Erklärung verwendet, und einen zu übersehen oder misszuverstehen kann zusätzliches Hin und Her bedeuten – oder sogar den Verlust eines Projekts.
Dieser Leitfaden erklärt die häufigsten CO₂-Begriffe rund um Beton, die Sie in Ausschreibungen sehen werden, in klarer Sprache. Für jeden Begriff erklären wir:
- was er bedeutet,
- warum er in Ausschreibungen auftaucht, und
- was Betonhersteller tatsächlich dagegen tun müssen.
Keine Vorerfahrung in Nachhaltigkeit oder Ökobilanzierung erforderlich.

EPD (Umwelt-Produktdeklaration)
Eine EPD ist ein verifiziertes Dokument, das die Umweltwirkungen eines Betonprodukts ausweist, einschließlich seines CO₂-Fußabdrucks. Stellen Sie sie sich wie ein Nährwertetikett für Beton vor. Warum taucht sie in Ausschreibungen auf? Bauherren, Planer und Auftragnehmer nutzen EPDs, um Produkte zu vergleichen und die Einhaltung kohlenstoffarmer oder Nachhaltigkeitsanforderungen nachzuweisen. Viele Ausschreibungen verlangen mittlerweile:
- eine EPD für jede Betonmischung, oder
- die Bestätigung, dass EPDs auf Anfrage verfügbar sind.
Was Hersteller wissen müssen? Eine EPD muss:
- strengen Regeln (PCR) folgen, und
- von einem unabhängigen Dritten verifiziert sein.
Nicht alle EPDs sind gleich. Genauigkeit, Konsistenz und die Art ihrer Erstellung sind entscheidend.
LCA (Ökobilanz)
Eine Ökobilanz (LCA) ist die Berechnung hinter einer EPD. Sie misst die Umweltwirkungen über einen definierten Teil des Lebenszyklus eines Produkts. Für Beton umfasst das in der Regel:
- Rohstoffe,
- Transport, und
- Produktion im Werk.
Warum taucht sie in Ausschreibungen auf: Einige Ausschreibungen verlangen direkt LCA-Ergebnisse, besonders bei großen oder komplexen Projekten. Was Hersteller wissen müssen: Die LCA ist nicht nur Mathematik. Sie umfasst Entscheidungen über:
- Grenzen,
- Datenquellen, und
- Annahmen.
Diese Entscheidungen beeinflussen die Ergebnisse und müssen den EPD-Regeln entsprechen.

GWP (Treibhauspotenzial)
Das GWP misst, wie stark ein Produkt zum Klimawandel beiträgt. Es wird in der Regel in Kilogramm CO₂-Äquivalent (kg CO₂e) angegeben. In EPDs ist das GWP oft die am genauesten beobachtete Zahl. Warum taucht es in Ausschreibungen auf? Viele Ausschreibungen legen mittlerweile fest:
- maximale GWP-Grenzwerte, oder
- Ziele zur CO₂-Reduzierung.
Was Hersteller wissen müssen? GWP-Werte müssen stammen aus:
- einer verifizierten EPD, oder
- einer nach den richtigen Regeln berechneten LCA.
Nicht verifizierte oder inkonsistente GWP-Zahlen werden oft abgelehnt.
PCR (Produktkategorieregeln)
PCR legen fest, wie EPDs für eine bestimmte Produktkategorie wie Beton erstellt werden müssen. Sie geben an:
- welche Wirkungen zu berichten sind,
- welche Daten zu verwenden sind, und
- wie die Berechnungen durchzuführen sind.
Warum tauchen sie in Ausschreibungen auf? Die PCR-Konformität stellt sicher, dass EPDs fair verglichen werden können. Was Hersteller wissen müssen? Wenn eine EPD nicht der richtigen PCR folgt, wird sie möglicherweise nicht akzeptiert, selbst wenn die Zahlen gut aussehen.
Verifizierung durch Dritte
Verifizierung durch Dritte bedeutet, dass ein unabhängiger Prüfer Folgendes prüft:
- die Daten,
- die Berechnungsmethode, und
- die Endergebnisse.
Warum taucht sie in Ausschreibungen auf? Die Verifizierung macht EPDs glaubwürdig und belastbar. Was Hersteller wissen müssen? Selbst deklarierte oder nicht verifizierte Daten sind in der formellen Beschaffung oft nicht akzeptabel.

Deklarierte Einheit
Die deklarierte Einheit legt fest, worauf sich das EPD-Ergebnis bezieht (zum Beispiel 1 m³ Beton).
- Warum taucht sie in Ausschreibungen auf? Sie ermöglicht einen fairen Vergleich zwischen Produkten.
- Was Hersteller wissen müssen? Vergleiche sind nur sinnvoll, wenn die deklarierten Einheiten übereinstimmen.
Referenzwert (Benchmark)
Ein Referenzwert vergleicht die CO₂-Leistung Ihres Betons mit einem Durchschnitts- oder Referenzwert.
- Warum taucht er in Ausschreibungen auf? Einige Projekte verlangen, dass Produkte besser abschneiden als ein Referenzwert.
- Was Hersteller wissen müssen? Referenzwerte funktionieren nur, wenn sie auf vergleichbaren, verifizierten Daten beruhen.
Kohlenstoffarmer Beton
Ein allgemeiner Begriff für Beton mit reduziertem GWP im Vergleich zu herkömmlichen Mischungen. Warum taucht er in Ausschreibungen auf? Viele Projekte zielen darauf ab, graue Emissionen zu reduzieren. Was Hersteller wissen müssen? Aussagen sollten durch verifizierte EPDs gestützt werden, nicht durch Marketingsprache.

Branchendurchschnittliche EPD
Eine branchendurchschnittliche EPD stellt die durchschnittliche Umweltwirkung einer Produktkategorie dar, basierend auf Daten mehrerer Hersteller oder veröffentlichter Datensätze. Warum taucht sie in Ausschreibungen auf? Branchendurchschnittliche EPDs werden oft verwendet als:
- eine Vergleichsbasis, oder
- ein Rückgriff, wenn keine produktspezifische EPD verfügbar ist.
Was Hersteller wissen müssen? Branchendurchschnittliche EPDs:
- spiegeln nicht wider, wie ein bestimmtes Werk tatsächlich arbeitet,
- können sowohl gute als auch schlechte Leistung verbergen, und
- weisen oft ein höheres GWP auf als werksspezifische EPDs.
Sie sind nützlich für den Kontext, helfen einem Hersteller aber selten, sich zu differenzieren.
Werksspezifische EPD
Eine werksspezifische EPD beruht auf Daten einer bestimmten Produktionsstätte und spiegelt wider, wie Beton in diesem Werk tatsächlich produziert wird. Warum taucht sie in Ausschreibungen auf? Viele Ausschreibungen bevorzugen oder verlangen mittlerweile ausdrücklich werksspezifische EPDs, da sie genauere und vergleichbarere Daten liefern. Was Hersteller wissen müssen? Werksspezifische EPDs:
- sind glaubwürdiger als Branchendurchschnitte,
- spiegeln die reale Leistung besser wider, und
- können bei kohlenstoffarmer Beschaffung einen Wettbewerbsvorteil bieten.
Sie erfordern auch einen robusteren Prozess der Datenerfassung und -verifizierung.
Produktspezifische (mischungsspezifische) EPD
Eine produkt- oder mischungsspezifische EPD weist die Wirkungen einer bestimmten Betonmischung aus, die in einem bestimmten Werk produziert wird. Warum taucht sie in Ausschreibungen auf? Einige Projekte verlangen EPDs für genau die gelieferten Mischungen. Was Hersteller wissen müssen? Mischungsspezifische EPDs:
- bieten das höchste Maß an Präzision,
- erfordern konsistente Daten und Methodik auf Werksebene, und
- sind am einfachsten zu pflegen, wenn Werksverifizierung und EPD-Software vorhanden sind.

Warum diese Begriffe wichtig sind
Diese Begriffe sind nicht nur Nachhaltigkeitsjargon. Sie bestimmen:
- ob Ihr Angebot konform ist,
- wie Ihre Produkte verglichen werden, und
- wie schnell Sie auf Anfragen reagieren können.
Hersteller, die diese Begriffe verstehen – und Systeme zu ihrer Verwaltung haben –, sind besser positioniert, um Aufträge zu gewinnen.
Zusammenfassung
CO₂-Anforderungen in Betonausschreibungen sind gekommen, um zu bleiben. Das Verständnis von Schlüsselbegriffen wie EPD, LCA, GWP, PCR und Verifizierung hilft Betonherstellern,:
- Verzögerungen zu vermeiden,
- Risiken zu senken, und
- souverän auf Kunden- und Projektanforderungen zu reagieren.
Klare Definitionen, verifizierte Daten und konsistente Prozesse sind nicht mehr optional. Sie gehören zum Geschäft.
Fragen? Möchten Sie mehr erfahren? Kontaktieren Sie Climate Earth.



